Der Reisende. Was halten Sie von Ihrem Vogt?
Der Baron. Nein, nein; wir wollen das Gespräch auf nichts anders lenken—Ich beschwöre Sie bei der Wohltat, die Sie mir erzeigt haben, entdecken Sie mir, was Sie glauben, was Sie vermuten, worinne Sie sich könnten geirrt haben!
Der Reisende. Nur die Beantwortung meiner Frage kann mich antreiben, es Ihnen zu entdecken.
Der Baron. Was ich von meinem Vogte halte?—Ich halte ihn für einen ganz ehrlichen und rechtschaffnen Mann.
Der Reisende. Vergessen Sie also, daß ich etwas habe sagen wollen.
Der Baron. Ein Bart,—Vermutungen,—der Vogt,—wie soll ich diese Dinge verbinden?—Vermögen meine Bitten nichts bei Ihnen?—Sie könnten sich geirrt haben? Gesetzt, Sie haben sich geirrt; was können Sie bei einem Freunde für Gefahr laufen?
Der Reisende. Sie dringen zu stark in mich. Ich sage Ihnen also, daß der Vogt diesen Bart aus Unvorsichtigkeit hat fallen lassen; daß er noch einen hatte, den er aber in der Geschwindigkeit wieder zu sich steckte; daß seine Reden einen Menschen verrieten, welcher glaubt, man denke von ihm ebensoviel Übels, als er tut; daß ich ihn auch sonst über einem nicht allzugewissenhaften—wenigstens nicht allzuklugen Griffe, ertappt habe.
Der Baron. Es ist als ob mir die Augen auf einmal aufgingen. Ich besorge,—Sie werden sich nicht geirrt haben. Und Sie trugen Bedenken, mir so etwas zu entdecken?—Den Augenblick will ich gehn, und alles anwenden, hinter die Wahrheit zu kommen. Sollte ich meinen Mörder in meinem eignen Hause haben?
Der Reisende. Doch zürnen Sie nicht auf mich, wenn Sie, zum Glücke, meine Vermutungen falsch befinden sollten. Sie haben mir sie ausgepreßt, sonst würde ich sie gewiß verschwiegen haben.
Der Baron. Ich mag sie wahr oder falsch befinden, ich werde Ihnen allzeit dafür danken.