Der Prinz. Auch das!—O Galotti, wenn Sie mein Freund, mein Führer, mein Vater sein wollten! (Der Prinz und Marinelli geben ab.)
Sechster Auftritt
Odoardo Galotti (ihm nachsehend, nach einer Pause). Warum nicht?—Herzlich gern.—Ha! ha! ha!—(Blickt wild umher.) Wer lacht da?—Bei Gott, ich glaub, ich war es selbst.—Schon recht! Lustig, lustig! Das Spiel geht zu Ende. So oder so!—Aber—(Pause) wenn sie mit ihm sich verstünde? Wenn es das alltägliche Possenspiel wäre? Wenn sie es nicht wert wäre, was ich für sie tun will?—(Pause.) Für sie tun will? Was will ich denn für sie tun?—Hab ich das Herz, es mir zu sagen?—Da denk ich so was: So was, was sich nur denken läßt. —Gräßlich! Fort, fort! Ich will sie nicht erwarten. Nein!—(Gegen den Himmel.) Wer sie unschuldig in diesen Abgrund gestürzt hat, der ziehe sie wieder heraus. Was braucht er meine Hand dazu? Fort! (Er will gehen und sieht Emilien kommen.) Zu spät! Ah! er will meine Hand, er will sie!
Siebenter Auftritt
Emilia. Odoardo.
Emilia. Wie? Sie hier, mein Vater?—Und nur Sie?—Und meine Mutter? nicht hier?—Und der Graf? nicht hier?—Und Sie so unruhig, mein Vater?
Odoardo. Und du so ruhig, meine Tochter?
Emilia. Warum nicht, mein Vater?—Entweder ist nichts verloren: oder alles. Ruhig sein können und ruhig sein müssen: kömmt es nicht auf eines?
Odoardo. Aber, was meinest du, daß der Fall ist?
Emilia. Daß alles verloren ist—und daß wir wohl ruhig sein müssen, mein Vater.