Ein jeder, der mich kennt,
Spricht: Welcher Sonderling!
Nur diesem ists ein Ding,
Wie ihn die Welt auch nennt.

Der Tabak

Dich, Tabak, lobt der Medikus,
Weil uns dein fleißiger Genuß
An Zahn und Augen wohl kurieret,
Und Schleim und Kolster von uns führet.

Dich lobet der Philosophus,
Wenn er scharf meditieren muß;
Weil er, so lang er dich genießet,
Des Geistes Flatterkeit vermisset.

Dich lobet der Theologus
Durch einen homiletschen Schluß,
Wenn er in deinem Rauch entzücket
Ein Bild der Eitelkeit erblicket.

Ich lob an dir als ein Jurist,
Was rechtens an dir löblich ist;
Daß, wenigstens wie mir es dünket,
Man mehr und öfter bei dir trinket.

L.

Der Tausch an Hr. W.

Ein Mägdchen, das Verstand und Geist
Gemeiner Schönen Zahl entreißt,
Ein Mägdchen, das bei Büchern schwitzet,
Wenn Phyllis vor dem Spiegel sitzet,
Das ihrer Seelen Schönheit bessert,
Wenn die die leibliche vergrößert,
Das gründlich denkt und gründlich scherzt,
Platonisch liebt, platonisch herzt:
Freund, so ein Mägdchen ist für dich,
Und nicht für mich.

Ein Mägdchen, dessen zärtlich Bild
Mit Zärtlichkeit die Herzen füllt,
Ein Mägdchen mit beredten Blicken,
Mit Füßen, die versteckt entzücken,
Mit Händen, die liebkosend schlagen,
Und drückend, dich nur lieb ich, sagen,
Mit schwarzem Haar, mit voller Brust,
Gemacht zu dauerhafter Lust:
Freund, so ein Mägdchen ist für mich,
Und nicht für dich.