Der Dichter und sein Freund.
Der Freund.
Freund! welches Unglück, welche Reue
Macht dir so bittern Schmerz?
Der Dichter.
Ach Freund! sie flieht, die Ungetreue!
Und sie besaß mein Herz.
Der Freund.
Um eine Falsche dich betrüben?
Du bist ja klug genug.
Der Dichter.
O schweig! das heißt nicht lieben,
Läßt uns die Liebe klug.
Die Biene
Als Amor in den goldnen Zeiten
Verliebt in Schäferlustbarkeiten
Auf bunten Blumenfeldern lief,
Da stach den kleinsten von den Göttern
Ein Bienchen, das in Rosenblättern,
Wo es sonst Honig holte, schlief.
Durch diesen Stich ward Amor klüger.
Der unerschöpfliche Betrüger
Sann einer neuen Kriegslist nach:
Er lauscht in Rosen und Violen;
Und kam ein Mädchen sie zu holen,
Flog er als Bien heraus, und stach.
Die Diebin
(1745)