Was wird nun mein Lied beleben,
Kann es dieser Trank nicht sein?—
Wie? Du willst mir Küsse geben,
Küsse, feuriger, als Wein?—
Damon, ach! nach deinen Küssen
Werd ich wohl verstummen müssen.
Phyllis lobt den Wein
Seht, mein Damon tanzt und springet!
Seht, wie wiegt er Leib und Fuß!
Seht, mein Damon lacht und singet,
Singt von Ruhe, Wein und Kuß.
Seht, wie Mund und Augen glühn!
Wir beleben uns durch ihn.
Hört die ungezwungnen Scherze!
Hört, die Liebe scherzt durch ihn!
Wie die Dämmrung vor der Kerze
Seht die Schwermut vor ihm fliehn.
Seht, er taumelt, wankt im Gehn,
Seht, sogar er taumelt schön.
Seht, wie locken seine Lippen!
Seht, wie glüht sein Mund so rot!
Machet mich, ihr roten Lippen,
Macht mich halbgezwungen rot!
Ja, er kömmt, er küsset mich.
O wie feurig küßt er mich!
Wein, du Wein hast ihn begeistert,
Du teilst ihm dein Feuer mit.
Durch dich küßt er so begeistert,
Und teilt mir sein Feuer mit.
Drum soll, wie von ihm, der Wein
Auch von mir vergöttert sein!
Refutatio Papatus
Nein, nein! durchaus ich glaube nicht,
Was Petri falscher Folger spricht;
Daß jene Bücher göttlich wären,
Die, zu der Juden steten Ehren,
Uns von des Maccabäus Helden
Und ihren heilgen Schlachten melden.
Hört meinen neu erfundnen Grund!
Es machte mir der Wein ihn kund;
Der Wein, der stets zur Wahrheit leitet.
Oh, daß ihr Theologen streitet,
Und streitet, ohne Wein zu trinken!
So müßt ihr stets in Irrtum sinken.
Der Schluß* von diesen Büchern sagt:
(Worüber Wein und Wahrheit klagt)
"Den Durst sich stets mit Wein zu stillen,
Das bringet eklen Widerwillen.
Bald Wasser, und bald Wein genießen,
Das muß uns den Gebrauch versüßen."