Tellheim
Ja, liebste Minna, ja!

Fräulein
Was muten Sie mir zu? diesen Ring?

Tellheim Diesen Ring nahmen Sie das erstemal aus meiner Hand, als unser beider Umstände einander gleich und glücklich waren. Sie sind nicht mehr glücklich, aber wiederum einander gleich. Gleichheit ist immer das festeste Band der Liebe.—Erlauben Sie, liebste Minna!—(Ergreift ihre Hand, um ihr den Ring anzustecken.)

Fräulein Wie? mit Gewalt, Herr Major?—Nein, da ist keine Gewalt in der Welt, die mich zwingen soll, diesen Ring wieder anzunehmen!—Meinen Sie etwa, daß es mir an einem Ringe fehlt?—Oh, Sie sehen ja wohl (auf ihren Ring zeigend), daß ich hier noch einen habe, der Ihrem nicht das geringste nachgibt?—

Franziska
Wenn er es noch nicht merkt!—

Tellheim (indem er die Hand des Fräuleins fahren läßt). Was ist das?—Ich sehe das Fräulein von Barnhelm, aber ich höre es nicht.—Sie zieren sich, mein Fräulein.—Vergeben Sie, daß ich Ihnen dieses Wort nachbrauche.

Fräulein (in ihrem wahren Tone). Hat Sie dieses Wort beleidiget, Herr, Major?

Tellheim
Es hat mir weh getan.

Fräulein (gerührt). Das sollte es nicht, Tellheim.—Verzeihen Sie mir, Tellheim.

Tellheim Ha, dieser vertrauliche Ton sagt mir, daß Sie wieder zu sich kommen, mein Fräulein, daß Sie mich noch lieben, Minna.—