(v. Tellheim. Das Fräulein. Franziska.)

Tellheim
Ah, mein Fräulein, was habe ich hier? Was enthält dieses Schreiben?

Fräulein.
Ich bin nicht befugt, meine Neugierde so weit zu erstrecken.

Tellheim Wie? Sie trennen mein Schicksal noch von dem Ihrigen?—Aber warum steh ich an, es zu erbrechen?—Es kann mich nicht unglücklicher machen, als ich bin; nein, liebste Minna, es kann uns nicht unglücklicher machen—wohl aber glücklicher!—Erlauben Sie, mein Fräulein! (Erbricht und lieset den Brief, indes daß der Wirt an die Szene geschlichen kömmt.)

8. Szene

(Der Wirt. Die Vorigen.)

Wirt (gegen die Franziska). Bst! mein schönes Kind! auf ein Wort!

Franziska (die sich ihm nähert). Herr Wirt?—Gewiß, wir wissen selbst noch nicht, was in dem Briefe steht.

Wirt
Wer will vom Briefe wissen?—Ich komme des Ringes wegen. Das gnädige
Fräulein muß mir ihn gleich wiedergeben. Just ist da, er soll ihn
wieder einlösen.

Fräulein (das sich indes gleichfalls dem Wirte genähert). Sagen Sie Justen nur, daß er schon eingelöset sei; und sagen Sie ihm nur, von wem; von mir.