Fräulein
Dem besten Ihrer unbekannten Freunde.

Tellheim
Wie?

Fräulein Dem Grafen, meinem Oheim, meinem Vater, Ihrem Vater—Meine Flucht, sein Unwille, meine Enterbung—hören Sie denn nicht, daß alles erdichtet ist?—Leichtgläubiger Ritter!

Tellheim
Erdichtet?—Aber der Ring? der Ring?

Fräulein
Wo haben Sie den Ring, den ich Ihnen zurückgegeben?

Tellheim Sie nehmen ihn wieder?—Oh, so bin ich glücklich!—Hier, Minna!—(Ihn herausziehend.)

Fräulein
So besehen Sie ihn doch erst!—Oh, über die Blinden, die nicht sehen
wollen!—Welcher Ring ist es denn? Den ich von Ihnen habe, oder den
Sie von mir?—Ist es denn nicht eben der, den ich in den Händen des
Wirts nicht lassen wollen?

Tellheim
Gott! was seh ich? was hör ich?

Fräulein
Soll ich ihn nun wiedernehmen? soll ich?—Geben Sie her, geben Sie
her! (Reißt ihn ihm aus der Hand und steckt ihn ihm selbst an den
Finger.) Nun? ist alles richtig?

Tellheim Wo bin ich?—(Ihre Hand küssend.) O boshafter Engel!—mich so zu quälen!