Werner
Geh Sie ihm überall aus dem Wege!
Wirt Mir! mir!—Bin ich denn so gefährlich?—Ha, ha, ha! Hör' Sie doch, mein schönes Kind! Wie gefällt Ihr der Spaß?
Werner
Daß es doch immer Seinesgleichen für Spaß erklären, wenn man ihnen die
Wahrheit sagt.
Wirt Die Wahrheit! ha, ha, ha!—Nicht wahr, mein schönes Kind, immer besser! Der Mann kann spaßen! Ich gefährlich?—ich?—So vor zwanzig Jahren war was dran. Ja, ja, mein schönes Kind, da war ich gefährlich; da wußte manche davon zu sagen; aber jetzt—
Werner
Oh, über den alten Narrn!
Wirt
Da steckt's eben! Wenn wir alt werden, ist es mit unsrer
Gefährlichkeit aus. Es wird Ihm auch nicht besser gehen, Herr Werner!
Werner Potz Geck und kein Ende!—Frauenzimmerchen, so viel Verstand wird Sie mir wohl zutrauen, daß ich von der Gefährlichkeit nicht rede. Der eine Teufel hat ihn verlassen, aber es sind dafür sieben andre in ihn gefahren—
Wirt Oh, hör Sie doch, hör Sie doch! Wie er das nun wieder so herumzubringen weiß!—Spaß über Spaß und immer was Neues! Oh, es ist ein vortrefflicher Mann, der Herr Paul Werner!—(Zur Franziska, als ins Ohr.) Ein wohlhabender Mann und noch ledig. Er hat drei Meilen von hier ein schönes Freischulzengerichte. Der hat Beute gemacht im Kriege!—Und ist Wachtmeister bei unserm Herrn Major gewesen. Oh, das ist ein Freund von unserm Herrn Major! das ist ein Freund! der sich für ihn totschlagen ließe!—
Werner Ja! und das ist ein Freund von meinem Major! das ist ein Freund!— den der Major sollte totschlagen lassen.
Wirt
Wie? was?—Nein, Herr Werner, das ist nicht guter Spaß.—Ich kein
Freund vom Herrn Major?—Nein, den Spaß versteh ich nicht.