Werner Frauenzimmerchen, wenn ich wiederkomme, soll ich auch geputzter kommen?

Franziska Komm Er, wie Er will, Herr Wachtmeister; meine Augen werden nichts wider Ihn haben. Aber meine Ohren werden desto mehr auf ihrer Hut gegen Ihn sein müssen.—Zwanzig Finger, alle voller Ringe! Ei, ei, Herr Wachtmeister!

Werner
Nein, Frauenzimmerchen; eben das wollt' ich Ihr noch sagen: die
Schnurre fuhr mir mir so heraus! Es ist nichts dran. Man hat ja wohl
an einem Ringe genug. Und hundert—und aberhundertmal habe ich den
Major sagen hören: "Das muß ein Schurke von einem Soldaten sein, der
ein Mädchen anführen kann!"—So denk ich auch, Frauenzimmerchen.
Verlaß Sie sich darauf!—Ich muß machen, daß ich ihm nachkomme.—Guten
Appetit, Frauenzimmerchen! (Geht ab.)

Franziska
Gleichfalls, Herr Wachtmeister!—Ich glaube, der Mann gefällt mir!
(Indem sie hineingehen will, kömmt ihr das Fräulein entgegen.)

12. Szene

(Das Fräulein. Franziska.)

Fräulein Ist der Major schon wieder fort?—Franziska, ich glaube, ich wäre jetzt schon wieder ruhig genug, daß ich ihn hätte hierbehalten können.

Franziska
Und ich will Sie noch ruhiger machen.

Fräulein Desto besser! Sein Brief, oh, sein Brief! Jede Zeile sprach den ehrlichen, edlen Mann. Jede Weigerung, mich zu besitzen, beteuerte mir seine Liebe.—Er wird es wohl gemerkt haben, daß wir den Brief gelesen.—Mag er doch, wenn er nur kömmt. Er kömmt doch gewiß?—Bloß ein wenig zu viel Stolz, Franziska, scheint mir in seiner Aufführung zu sein. Denn auch seiner Geliebten sein Glück nicht wollen zu danken haben, ist Stolz, unverzeihlicher Stolz! Wenn er mir diesen zu stark merken läßt, Franziska—

Franziska
So wollen Sie seiner entsagen?