Fräulein
Es tut mir ungemein leid.
Riccaut Vous etes bien bonne, Mademoiselle. Aber wie man pfleg su sagen: ein jeder Unglück schlepp nak sik seine Bruder; qu'un malheur ne vient jamais seul: so mit mir arrivir. Was ein Honnete-homme von mein Extraction kann anders haben für Ressource als das Spiel? Nun hab ik immer gespielen mit Glück, solang ik hatte nit vonnöten der Glück. Nun ik ihr hätte vonnöten, Mademoiselle, je joue avec un guignon, qui surpasse toute croyance. Seit funfsehn Tag iß vergangen keine, wo sie mik nit hab gesprenkt. Nok gestern hab sie mik gesprenkt dreimal. Je sais bien, qu'il y avait quelque chose de plus que le jeu. Car parmi mes pontes se trouvaient certaines dames—Ik will niks weiter sag. Man muß sein galant gegen die Damen. Sie haben auk mik heut invitir, mir su geben revanche; mais—vous m'entendez, Mademoiselle.—Man muß erst wiß, wovon leben, ehe man haben kann, wovon su spielen—
Fräulein
Ich will nicht hoffen, mein Herr—
Riccaut
Vous etes bien bonne, Mademoiselle—
Fräulein (nimmt die Franziska beiseite). Franziska, der Mann dauert mich im Ernste. Ob er mir es wohl übelnehmen würde, wenn ich ihm etwas anböte?
Franziska
Der sieht mir nicht darnach aus.
Fräulein
Gut!—Mein Herr, ich höre—daß Sie spielen, daß Sie Bank machen; ohne
Zweifel an Orten, wo etwas zu gewinnen ist. Ich muß Ihnen bekennen,
daß ich—gleichfalls das Spiel sehr liebe—
Riccaut Tant mieux, Mademoiselle, tant mieux! Tous les gens d'esprit aiment le jeu a la fureur.
Fräulein
Daß ich sehr gern gewinne; sehr gern mein Geld mit einem Mann wage,
der—zu spielen weiß.—Wären Sie wohl geneigt, mein Herr, mich in
Gesellschaft zu nehmen? mir einen Anteil an Ihrer Bank zu gönnen?
Riccaut Comment, Mademoiselle, vous voulez etre de moitie avec moi? De tout mon coeur.