Fräulein Ich versage dir ungern dieses Vergnügen. Du mußt hierbleiben, Franziska. Du muß bei unserer Unterredung gegenwärtig sein!—Es fällt mir noch etwas bei. (Sie zieht ihren Ring vom Finger.) Da, nimm meinen Ring, verwahre ihn, und gib mir des Majors seinen dafür.

Franziska
Warum das?

Fräulein (indem Franziska den andern Ring holt). Recht weiß ich es selbst nicht, aber mich dünkt, ich sehe so etwas voraus, wo ich ihn brauchen könnte.—Man pocht—Geschwind gib her! (Sie steckt ihn an.) Er ist's!

6. Szene

(v. Tellheim in dem nämlichen Kleide, aber sonst so, wie es Franziska verlangt. Das Fräulein. Franziska.)

Tellheim
Gnädiges Fräulein, Sie werden mein Verweilen entschuldigen—

Fräulein
Oh, Herr Major, so gar militärisch wollen wir es miteinander nicht
nehmen. Sie sind ja da! Und ein Vergnügen erwarten, ist auch ein
Vergnügen.—Nun? (indem sie ihm lächelnd ins Gesicht sieht) lieber
Tellheim, waren wir nicht vorhin Kinder?

Tellheim Jawohl, Kinder, gnädiges Fräulein; Kinder, die sich sperren, wo sie gelassen folgen sollten.

Fräulein Wir wollen ausfahren, lieber Major—die Stadt ein wenig zu besehen—, und hernach meinem Oheim entgegen.

Tellheim
Wie?