Marwood. Du erinnerst mich, daß ich nicht gegen den Rechten rase. Der Vater muß voran! Er muß schon in jener Welt sein, wenn der Geist seiner Tochter unter tausend Seufzern ihm nachzieht.—(Sie geht mit einem Dolche, den sie aus dem Busen reißt, auf ihn los.) Drum stirb, Verräter!
Mellefont (der ihr in den Arm fällt und den Dolch entreißt). Unsinniges Weibsbild!—Was hindert mich nun, den Stahl wider dich zu kehren? Doch lebe, und deine Strafe müsse einer ehrlosen Hand aufgehoben sein!
Marwood (mit gerungenen Händen). Himmel, was habe ich getan?
Mellefont—
Mellefont. Deine Reue soll mich nicht hintergehen! Ich weiß es doch wohl, was dich reuet; nicht daß du den Stoß tun wollen, sondern daß du ihn nicht tun können.
Marwood. Geben Sie mir ihn wieder, den verirrten Stahl! geben Sie mir ihn wieder! und Sie sollen es gleich sehen, für wen er geschliffen ward. Für diese Brust allein, die schon längst einem Herzen zu enge ist, das eher dem Leben als Ihrer Liebe entsagen will.
Mellefont. Hannah!—
Marwood. Was wollen Sie tun, Mellefont?
Achter Auftritt
Hannah (erschrocken). Marwood. Mellefont.
Mellefont. Hast du es gehört, Hannah, welche Furie deine Gebieterin ist? Wisse, daß ich Arabellen von deinen Händen fodern werde.