Waitwell. Sara.
Betty (zwischen der Szene). Nur hier herein, wenn Er selbst mit ihr sprechen muß.
Sara (die sich umsieht). Wer muß selbst mit mir sprechen?—Wen seh ich? Ist es möglich? Waitwell, dich?
Waitwell. Was für ein glücklicher Mann bin ich, daß ich endlich unsere Miß Sara wiedersehe!
Sara. Gott! was bringst du? Ich hör es schon, ich hör es schon, du bringst mir die Nachricht von dem Tode meines Vaters! Er ist hin, der vortrefflichste Mann, der beste Vater! Er ist hin, und ich, ich bin die Elende, die seinen Tod beschleuniget hat.
Waitwell. Ach! Miß—
Sara. Sage mir, geschwind sage mir, daß die letzten Augenblicke seines Lebens ihm durch mein Andenken nicht schwerer wurden; daß er mich vergessen hatte; daß er ebenso ruhig starb, als er sich sonst in meinen Armen zu sterben versprach; daß er sich meiner auch nicht einmal in seinem letzten Gebete erinnerte—
Waitwell. Hören Sie doch auf, sich mit so falschen Vorstellungen zu plagen! Er lebt ja noch, Ihr Vater; er lebt ja noch, der rechtschaffne Sir William.
Sara. Lebt er noch? Ist es wahr, lebt er noch? Oh! daß er noch lange leben und glücklich leben möge! Oh! daß ihm Gott die Hälfte meiner Jahre zulegen wolle! Die Hälfte?—Ich Undankbare, wenn ich ihm nicht mit allen, soviel mir deren bestimmt sind, auch nur einige Augenblicke zu erkaufen bereit bin! Aber nun sage mir wenigstens, Waitwell, daß es ihm nicht hart fällt, ohne mich zu leben; daß es ihm leicht geworden ist, eine Tochter aufzugeben, die ihre Tugend so leicht aufgeben können; daß ihn meine Flucht erzürnet, aber nicht gekränkt hat; daß er mich verwünschet, aber nicht bedauert.
Waitwell. Ach, Sir William ist noch immer der zärtliche Vater, so wie sein Sarchen noch immer die zärtliche Tochter ist, die sie beide gewesen sind.