Norton. Arabellen?
Mellefont. Ich habe es noch nicht untersuchen können, durch welche List sie das Kind wieder in ihre Hände bekommen. Genug, der Erfolg fiel für sie nicht so aus, als sie es ohne Zweifel gehofft hatte.
Norton. Erlauben Sie, daß ich mich über Ihre Standhaftigkeit freuen und Ihre Besserung schon für halb geborgen halten darf. Allein—da Sie mich doch alles wollen wissen lassen—was hat sie unter dem Namen der Lady Solmes hier gesollt?
Mellefont. Sie wollte ihre Nebenbuhlerin mit aller Gewalt sehen. Ich willigte in ihr Verlangen, teils aus Nachsicht, teils aus Übereilung, teils aus Begierde, sie durch den Anblick der Besten ihres Geschlechts zu demütigen.—Du schüttelst den Kopf, Norton?—
Norton. Das hätte ich nicht gewagt.
Mellefont. Gewagt? Eigentlich wagte ich nichts mehr dabei, als ich im Falle der Weigerung gewagt hätte. Sie würde als Marwood vorzukommen gesucht haben; und das Schlimmste, was bei ihrem unbekannten Besuche zu besorgen steht, ist nichts Schlimmers.
Norton. Danken Sie dem Himmel, daß es so ruhig abgelaufen.
Mellefont. Es ist noch nicht ganz vorbei, Norton. Es stieß ihr eine kleine Unpäßlichkeit zu, daß sie sich, ohne Abschied zu nehmen, wegbegeben mußte. Sie will wiederkommen.—Mag sie doch! Die Wespe, die den Stachel verloren hat (indem er auf den Dolch weiset, den er wieder in den Busen steckt), kann doch weiter nichts als summen. Aber auch das Summen soll ihr teuer werden, wenn sie zu überlästig damit wird.—Hör ich nicht jemand kommen? Verlaß mich, wenn sie es ist.— Sie ist es. Geh!
(Norton geht ab.)
Vierter Auftritt