Mellefont. Wie?

Marwood. Erlauben Sie, daß Arabella die Reichtümer, welche ich von
Ihnen in Verwahrung habe, als ihr Vaterteil besitzen darf. Was ihr
Mutterteil anbelangt, so wollte ich wohl wünschen, daß ich ihr ein
beßres lassen könnte als die Schande, von mir geboren zu sein.

Mellefont. Reden Sie nicht so.—Ich will für Arabellen sorgen, ohne ihre Mutter wegen eines anständigen Auskommens in Verlegenheit zu setzen. Wenn sie mich vergessen will, so muß sie damit anfangen, daß sie etwas von mir zu besitzen vergißt. Ich habe Verbindlichkeiten gegen sie und werde es nie aus der Acht lassen, daß sie mein wahres Glück, obschon wider ihren Willen, befördert hat. Ja, Marwood, ich danke Ihnen in allem Ernste, daß Sie unsern Aufenthalt einem Vater verrieten, den bloß die Unwissenheit desselben verhinderte, uns nicht eher wieder anzunehmen.

Marwood. Martern Sie mich nicht mit einem Danke, den ich niemals habe verdienen wollen. Sir William ist ein zu guter alter Narr: er muß anders denken, als ich an seiner Stelle würde gedacht haben. Ich hätte der Tochter vergeben, und ihrem Verführer hätt' ich—

Mellefont. Marwood!—

Marwood. Es ist wahr; Sie sind es selbst. Ich schweige.—Werde ich der Miß mein Abschiedskompliment bald machen dürfen?

Mellefont. Miß Sara würde es Ihnen nicht übelnehmen können, wenn Sie auch wegreiseten, ohne sie wiederzusprechen.

Marwood. Mellefont, ich spiele meine Rollen nicht gern halb, und ich will, auch unter keinem fremden Namen, für ein Frauenzimmer ohne Lebensart gehalten werden.

Mellefont. Wenn Ihnen Ihre eigne Ruhe lieb ist, so sollten Sie sich selbst hüten, eine Person nochmals zu sehen, die gewisse Vorstellungen bei Ihnen rege machen muß—

Marwood (spöttisch lächelnd). Sie haben eine bessere Meinung von sich selbst als von mir. Wenn Sie es aber auch glaubten, daß ich Ihrentwegen untröstlich sein müßte, so sollten Sie es doch wenigstens ganz in der Stille glauben.—Miß Sara soll gewisse Vorstellungen bei mir rege machen? Gewisse? O ja—aber keine gewisser als diese, daß das beste Mädchen oft den nichtswürdigsten Mann lieben kann.