Klosterbruder. Ich nicht.
Lebt wohl! (Geht ab.)
Nathan. Vergeßt uns ja nicht, Bruder!—Gott!
Daß ich nicht hier gleich unter freiem Himmel
Auf meine Kniee sinken kann! Wie sich
Der Knoten, der so oft mir bange machte,
Nun von sich selber löset!—Gott! wie leicht
Mir wird, daß ich nun weiter auf der Welt
Nichts zu verbergen habe! daß ich vor
Den Menschen nun so frei kann wandeln, als
Vor dir, der du allein den Menschen nicht
Nach seinen Taten brauchst zu richten, die
So selten seine Taten sind, o Gott!—
Fünfter Auftritt
Nathan und der Tempelherr, der von der Seite auf ihn zukommt.
Tempelherr.
He! wartet, Nathan; nehmt mich mit!
Nathan. Wer ruft?—
Seid Ihr es, Ritter? Wo gewesen, daß
Ihr bei dem Sultan Euch nicht treffen lassen?
Tempelherr.
Wir sind einander fehlgegangen. Nehmt's
Nicht übel.
Nathan. Ich nicht; aber Saladin…
Tempelherr.
Ihr wart nur eben fort…
Nathan. Und spracht ihn doch?
Nun, so ist's gut.