Recha.
Ihr habt Euch sehr verweilt, mein Vater. Er
Wird kaum noch mehr zu treffen sein.

Nathan. Nun, nun;
Wenn hier, hier untern Palmen schon nicht mehr:
Doch anderwärts.—Sei itzt nur ruhig.—Sieh!
Kömmt dort nicht Daja auf uns zu?

Recha. Sie wird
Ihn ganz gewiß verloren haben.

Nathan. Auch
Wohl nicht.

Recha. Sie würde sonst geschwinder kommen.

Nathan.
Sie hat uns wohl noch nicht gesehn…

Recha. Nun sieht
Sie uns.

Nathan. Und doppelt ihre Schritte. Sieh!
Sei doch nur ruhig! ruhig!

Recha. Wolltet Ihr
Wohl eine Tochter, die hier ruhig wäre?
Sich unbekümmert ließe, wessen Wohltat
Ihr Leben sei? Ihr Leben,—das ihr nur
So lieb, weil sie es Euch zuerst verdanket.

Nathan.
Ich möchte dich nicht anders, als du bist:
Auch wenn ich wüßte, daß in deiner Seele
Ganz etwas anders noch sich rege.