(Pause.)
Tempelherr.
Und Ihr bedenkt Euch doch?
Daja. Der Mann ist sonst
So gut!—Ich selber bin so viel ihm schuldig!—
Daß er doch gar nicht hören will!—Gott weiß,
Das Herze blutet mir, ihn so zu zwingen.
Tempelherr.
Ich bitt Euch, Daja, setzt mich kurz und gut
Aus dieser Ungewißheit. Seid Ihr aber
Noch selber ungewiß; ob, was Ihr vorhabt,
Gut oder böse, schändlich oder löblich
Zu nennen:—schweigt!—Ich will vergessen, daß
Ihr etwas zu verschweigen habt.
Daja. Das spornt,
Anstatt zu halten. Nun; so wißt denn: Recha
Ist keine Jüdin; ist—ist eine Christin.
Tempelherr (kalt).
So? Wünsch Euch Glück! Hat's schwer gehalten? Laßt
Euch nicht die Wehen schrecken!—Fahret ja
Mit Eifer fort, den Himmel zu bevölkern:
Wenn Ihr die Erde nicht mehr könnt!
Daja. Wie, Ritter?
Verdienet meine Nachricht diesen Spott?
Daß Recha eine Christin ist: das freuet
Euch, einen Christen, einen Tempelherrn,
Der Ihr sie liebt, nicht mehr?
Tempelherr. Besonders, da
Sie eine Christin ist von Eurer Mache.
Daja.
Ah! so versteht Ihr's? So mag's gelten!—Nein!
Den will ich sehn, der die bekehren soll!
Ihr Glück ist, längst zu sein, was sie zu werden
Verdorben ist.
Tempelherr. Erklärt Euch, oder—geht!