Saladin. Welch eine Tat von dir! Und welch
Ein weises Glück, daß eine solche Tat
Zum Besten eines solchen Mannes ausschlug.
Tempelherr.
Ja, ja!
Saladin. So kalt?—Nein, junger Mann! wenn Gott
Was Gutes durch uns tut, muß man so kalt
Nicht sein!—selbst aus Bescheidenheit so kalt
Nicht scheinen wollen!
Tempelherr. Daß doch in der Welt
Ein jedes Ding so manche Seiten hat!—
Von denen oft sich gar nicht denken läßt,
Wie sie zusammenpassen!
Saladin. Halte dich
Nur immer an die best', und preise Gott!
Der weiß, wie sie zusammenpassen.—Aber,
Wenn du so schwierig sein willst, junger Mann:
So werd auch ich ja wohl auf meiner Hut
Mich mit dir halten müssen? Leider bin
Auch ich ein Ding von vielen Seiten, die
Oft nicht so recht zu passen scheinen mögen.
Tempelherr.
Das schmerzt!—Denn Argwohn ist so wenig sonst
Mein Fehler—
Saladin. Nun, so sage doch, mit wem
Du's hast?—Es schien ja gar, mit Nathan. Wie?
Auf Nathan Argwohn? du?—Erklär dich! sprich!
Komm, gib mir deines Zutrauns erste Probe.
Tempelherr.
Ich habe wider Nathan nichts. Ich zürn
Allein mit mir—
Saladin. Und über was?
Tempelherr. Daß mir
Geträumt, ein Jude könn' auch wohl ein Jude
Zu sein verlernen; daß mir wachend so
Geträumt.