„Aber vielleicht kann ich mich noch irren, vielleicht verhält es sich gar nicht so,“ dachte sie und stellte sich nochmals alles im Geiste vor, was sie gesehen hatte.

„Aber Kity, was ist denn das?“ frug die Gräfin Nordstone, die unhörbar auf dem Teppich zu ihr herangetreten war. „Ich verstehe das nicht!“

Kitys Unterlippe begann zu zucken; das Mädchen erhob sich schnell.

„Kity, tanzest du die Mazurka nicht?“

„Nein, nein,“ antwortete Kity mit einer Stimme, in welcher Thränen zitterten.

„Er hatte sie in meiner Gegenwart um die Mazurka gebeten,“ sagte die Gräfin Nordstone, in der Annahme, Kity werde wohl verstehen, wer Er und Sie sei. „Sie hat aber geantwortet, ob er denn nicht mit der jungen Fürstin Schtscherbazkaja die Mazurka tanzte!“

„O, mir ist alles gleichgültig,“ versetzte Kity.

Niemand als sie selbst verstand ihre Lage, niemand wußte, daß sie gestern einen Mann den sie vielleicht liebte, von sich gewiesen, weil sie einem anderen vertraut hatte.

Die Gräfin Nordstone fand Korsunskiy mit dem sie eine Mazurka getanzt hatte und befahl ihm Kity zu engagieren.

Kity tanzte im ersten Paar und zu ihrem Glück brauchte sie hier nicht zu reden, da Korsunskiy die ganze Zeit über hin- und herlief und von seiner Eigenschaft als Herr des Balles Gebrauch machte. Wronskiy und Anna befanden sich ihr ziemlich gegenüber.