Er blickte wiederum nach seiner Uhr.

„Ah, es ist jetzt Zeit!“ — Er ging mit diesen Worten zur Thür. Der berühmte Arzt erklärte nun der Fürstin — das Gefühl des Anstandes erforderte dies — daß er die Kranke nochmals sehen müsse.

„Wie? Nochmals untersuchen?“ rief die Mutter entsetzt aus.

„O nein; ich möchte ihr nur einige Kleinigkeiten sagen, Fürstin.“

„Bitte sehr.“

Die Mutter, von dem Arzte begleitet, trat in den Salon zu Kity. Abgezehrt und gerötet im Gesicht, mit einem eigenartigen Glanz in den Augen, — eine Folge der ausgestandenen Scham — stand Kity inmitten des Zimmers.

Als der Arzt eintrat, fuhr sie entsetzt auf und ihre Augen füllten sich mit Thränen. Ihre ganze Krankheit und die versuchte Heilung derselben erschien ihr als etwas so Thörichtes, ja Lächerliches.

Ihre Heilung erschien ihr ebenso fruchtlos versucht, als etwa die Zusammenfügung von Stücken einer zerschlagenen Vase.

Ihr Herz war zerschlagen; was wollte man an ihm heilen mit Pillen und Pulvern?

Und doch konnte man die Mutter nicht kränken, umsoweniger, als diese selbst sich schuldbewußt fühlte.