Stefan Arkadjewitsch lächelte kaum merklich.

„Sagtest du nicht auch einmal, daß du nie und nimmermehr einen modernen Anzug anlegen würdest?“ frug er, auf die Garderobe Lewins blickend, dessen Anzug augenscheinlich von einem französischen Tailleur gefertigt war. „Es ist schon so; ich sehe, daß hier eine neue Phase eingetreten ist.“

Lewin errötete plötzlich, doch er errötete nicht so, wie die erwachsenen Leute, also flüchtig, und ohne daß man selbst davon Notiz nimmt, sondern so wie Knaben erröten, welche fühlen, daß sie in ihrer Befangenheit lächerlich werden, und die infolge davon mehr und mehr Scham empfinden, röter und röter werden, und fast in Thränen ausbrechen.

So seltsam war es, dieses verständige, männliche Antlitz in solch einem knabenhaften Zustande zu sehen, daß selbst Oblonskiy abstand, es länger noch anzublicken.

„Aber wo wollen wir uns sehen? Ich muß dich ja so dringend sprechen,“ fuhr Lewin fort.

Oblonskiy schien nachzudenken.

„Machen wir es so: Wir fahren zu Gurin frühstücken und dort können wir uns unterhalten; bis drei Uhr stehe ich zu deiner Verfügung.“

„Nein,“ antwortete Lewin sinnend, „ich muß noch weiter fahren.“

„Gut; dann speisen wir Mittag zusammen.“

„Speisen? Ich will ja gar nichts Besonderes von dir, nur zwei Worte mit dir sprechen, dich etwas fragen; dann können wir uns meinethalben unterhalten.“