Er fühlte sich verletzt, und begann sofort, zu sagen, was er sagen wollte.

„Ich muß Euch sagen,“ — begann er.

„Jetzt kommt die Erklärung,“ dachte sie und es wurde ihr bang zu Mute.

„Ich muß Euch sagen, daß Ihr Euch heute taktlos benommen habt,“ sprach er auf französisch.

„Inwiefern habe ich mich taktlos benommen?“ frug sie laut zurück und wandte den Kopf schnell nach ihm um, ihm gerade ins Auge blickend, aber durchaus nicht mehr mit dem früheren, eine gewisse Heiterkeit verbergenden Ausdruck, sondern mit entschlossener Miene, unter der sie nur mit Mühe die Furcht, die sie empfand, verbarg.

„Vergeßt nicht,“ sagte er zu ihr, auf das geöffnete Fenster des Wagens hinter dem Kutscher hinweisend.

Er erhob sich und zog das Fenster auf.

„Was habt Ihr für unangemessen befunden?“ wiederholte sie.

„Jenen Verzweiflungsausbruch, den Ihr nicht imstande waret zu verbergen, bei dem Sturze eines der Reitenden.“ Er wartete, daß sie etwas entgegnen solle, aber sie schwieg, vor sich hinschauend. „Ich bat Euch schon einmal, Euch so zu benehmen in der Welt, daß auch die bösen Zungen nichts gegen Euch sagen könnten. Es gab eine Zeit, in welcher ich Euch nur von inneren Beziehungen reden konnte; jetzt rede ich nicht mehr von ihnen. Jetzt rede ich von den äußeren. Ihr habt Euch tadelhaft geführt, und ich wünschte, daß sich dies nicht wiederholte.“

Sie hörte kaum die Hälfte seiner Worte, sie empfand Schrecken vor ihm und dachte nur daran, ob es denn wahr sei, daß Wronskiy nicht tot geblieben wäre. Sagte man nicht, daß er unversehrt geblieben sei und nur sein Pferd das Rückgrat gebrochen habe?