Nachdem Kity mit Warenka bekannt geworden war, erwärmte sie sich immer mehr und mehr für ihre neue Freundin und entdeckte mit jedem Tage neue Vorzüge an ihr.
Die Fürstin, welche erfahren hatte, daß Warenka gut singe, bat diese zu einem Besuch für den Abend, damit sie etwas vortrage.
„Kity ist musikalisch und ein Pianoforte haben wir auch, es ist zwar nicht gut, aber Ihr würdet uns ein großes Vergnügen gewähren,“ sagte sie mit ihrem gezwungenen Lächeln, welches besonders in diesem Augenblicke Kity unangenehm war, da diese bemerkt hatte, daß Warenka wenig Neigung zum Singen zu haben schien.
Diese kam indessen am Abend und sie brachte auch ein Notenheft mit. Die Fürstin hatte noch Marja Eugenjewna mit ihrer Tochter und dem Obersten eingeladen. Warenka schien es völlig unberührt zu lassen, daß sich auch ihr unbekannte Personen hier eingefunden hatten, und sie schritt sogleich ans Klavier.
Sie verstand nicht, sich selbst die Begleitung zu spielen, sang aber vorzüglich vom Blatte. Kity, welche gut Klavier spielte, begleitete sie dazu.
„Ihr habt ein ungewöhnliches Talent,“ sagte ihr die Fürstin, als Warenka die erste Nummer herrlich vorgetragen hatte.
Marja Eugenjewna nebst ihrer Tochter bedankten sich bei ihr und belobten sie.
„Seht nur einmal,“ begann der Oberst durchs Fenster sehend, „welch eine Menschenmenge sich draußen versammelt hat, um Euch zu hören.“
In der That hatte sich ein ziemlich großer Trupp von Menschen unter den Fenstern angesammelt.
„Ich freue mich sehr, daß dies Euch Vergnügen gemacht hat,“ versetzte Warenka einfach.