Kity hielt sie an der Hand fest und frug sie mit leidenschaftlicher Neugier und Bitte in dem Blick:

„Was, was ist das Wichtigste, was eine solche Ruhe verleiht? Ihr wißt es also, sagt es mir!“

Allein Warenka verstand gar nicht, was Kitys Blick sie frug. Sie dachte nur an das Eine, daß sie heute noch zu Madame Berthe und dann nach Hause müsse zu maman zum Thee um zwölf Uhr.

Sie trat in die Zimmer, packte ihre Noten zusammen, verabschiedete sich von allen Anwesenden und wollte gehen.

„Gestattet mir, Euch zu begleiten,“ sagte der Oberst.

„Gewiß; wie könntet Ihr allein jetzt zur Nachtzeit gehen?“ bestätigte die Fürstin. „Ich werde wenigstens die Parascha mitsenden.“

Kity sah, daß Warenka mit Mühe ein Lächeln bei den Worten, daß sie eine Begleitung nötig habe, unterdrückte.

„O nein; ich gehe stets allein, und mir pflegt nie etwas zuzustoßen,“ sagte sie, ihren Hut ergreifend.

Sie küßte Kity hierauf nochmals, und ohne dieser mitgeteilt zu haben, was jenes Höchste sei, verschwand sie mit schnellem Schritt, die Noten unterm Arm in dem Halbdunkel der Sommernacht, ihr Geheimnis mit sich nehmend, was das Höchste sei, was ihr ihre beneidenswerte Ruhe und Würde verlieh.

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