Sergey Iwanowitsch wickelte die letzte Angel zusammen, band das Pferd los und beide fuhren heim.

4.

Die persönliche Angelegenheit, welche Lewin während seines Gespräches mit dem Bruder beschäftigt hatte, war folgende:

Im vergangenen Jahre hatte Lewin einmal, als er auf die Wiesen hinausgekommen war und sich über den Inspektor geärgert hatte, zu seinem gewöhnlichen Beruhigungsmittel gegriffen — die Sense eines Bauern genommen und selbst angefangen zu mähen.

Diese Beschäftigung hatte ihm so gefallen, daß er sich in der Folge öfters damit befaßte, zu mähen, und so hatte er eine ganze Wiese vor seinem Hause abgemäht und sich seit dem Frühling im laufenden Jahre den Plan entworfen, ganze Tage hindurch mit den Feldarbeitern zusammen zu mähen. Seit der Ankunft des Bruders befand er sich nun in Zweifel, ob er mit mähen solle, oder nicht. Er mochte den Bruder nicht gern ganze Tage sich allein überlassen und fürchtete auch, dieser möchte ihn auslachen. Als er aber über die Wiese schritt, und sich die Eindrücke die ihm das Mähen verursacht hatten, ins Gedächtnis zurückrief, war er schon fast entschlossen, mit zu mähen. Nach dem ärgerlichen Gespräch mit seinem Bruder, entsann er sich wiederum seiner Absicht.

Körperliche Bewegung muß ich haben, oder mein Geist wird zweifellos zu Grunde gehen, dachte er, und beschloß, mit zu mähen, wie unpassend ihm dies auch vor seinem Bruder und seinen Leuten erscheinen mochte.

Gegen Abend begab sich Konstantin Lewin ins Kontor, traf Anordnungen für die Arbeiten und schickte nach den Dörfern, um für den folgenden Tag die Schnitter aufbieten zu lassen, da er zuerst die kalinische Wiese, die größte und beste, schneiden lassen wollte.

„Schickt auch meine Sense mit zu Tit, damit er sie ausklopfe und morgen mitbringe; wahrscheinlich werde ich selbst mit mähen,“ sagte er, sich bemühend, nicht in Verlegenheit zu geraten.

Der Verwalter lächelte und sagte: