„Sieh einmal an! Aber sage mir doch, wie die Bauern dies aufnehmen? Sie müssen doch jedenfalls ihren Spott darüber treiben, daß der Herr ein Sonderling ist.“
„Nein, das glaube ich nicht, aber es ist dies eine so lustige und zugleich so schwere Arbeit, wie man gar nicht glauben sollte.“
„Dann willst du auch mit ihnen zusammen essen? Läßt dir etwa Lafitte hinbringen und einen gebratenen Kapaun; nicht übel.“
„Nein; aber sobald sie ihre Arbeitspause haben, fahre ich nach Hause.“
Am andern Morgen erhob sich Konstantin Lewin frühzeitiger als sonst, aber häusliche Anordnungen hielten ihn noch auf, und als er zu der Heuernte kam, waren die Mäher bereits bei der zweiten Reihe.
Schon vom Berge herab gewahrte er unten am Fuße desselben den dunkleren bereits gemähten Teil der Wiese und die grauen Schwaden, und schwarzen Haufen der Röcke, welche von den Mähern dort, von wo sie die erste Reihe begonnen hatten, abgelegt worden waren.
Je näher er kam, um so deutlicher traten die Gestalten der hintereinander in langer Reihe getrennt schreitenden, sensenschwingenden Bauern hervor; einer im Rock, der andere nur im Hemd; er zählte ihrer zweiundvierzig. Langsam bewegten sie sich vorwärts auf dem unebenen Grund der Wiese, auf dem ein alter Damm hinlief; einzelne seiner eigenen Leute erkannten Lewin; dort sah er den alten Jermil in einem sehr langen weißen Überhemd, gebückt seine Sense schwingend, hier den jungen tüchtigen Waska, der Lewins Kutscher war, jede Reihe mit einem Strich niederlegte, dann Tit, ein kleines hageres Männchen, Lewins Lehrmeister im Mähen. Ohne sich zu bücken, schritt derselbe voran, wie spielend mit seiner Sense breite Reihen schneidend.
Lewin stieg vom Pferde, band es beim Wege an und begab sich zu Tit, welcher eine zweite Sense aus einem Busche hervorholte und sie ihm reichte.
„Die ist brauchbar,“ sagte Tit, „sie rasiert förmlich, und schneidet wie von selbst,“ bemerkte er, lächelnd die Mütze lüftend und Lewin die Sense hinreichend.