Er hatte die Kartoffeln mit „der Pflüge“ gepflügt, wie er den Pflug nannte, den er beim Gutsbesitzer gekauft hatte und Weizen gesät. Die unbedeutende Kleinigkeit, daß der Alte, den Roggen jätend, mit dem Gejäteten die Pferde füttere, setzte Lewin ganz besonders in Erstaunen. Wie oft hatte er selbst, indem er sah, wie das schöne Kraftfutter verkam, es aufsammeln lassen wollen, aber stets hatte es sich als unmöglich erwiesen. Dieser Bauer hier that es, und konnte das Futter nicht genug loben.

„Was sollten sonst die Weiber machen? Sie tragen die Haufen an den Weg und der Wagen fährt sie herein!“

„Bei uns Gutsbesitzern geht freilich alles schlecht, mit den Knechten,“ sagte Lewin, dem Alten ein Glas Thee reichend.

„Danke,“ sagte derselbe, nahm das Glas, wies aber den Zucker von sich, indem er auf ein liegengebliebenes von ihm angebissenes Stück zeigte. „Wie soll man mit den Arbeitern verfahren? Es kommt alles auf dieselbe Mißwirtschaft heraus. Da ist der Swijashskiy. Wir kennen sein Land; es ist ausgezeichnet — und doch brüstet er sich mit seiner Ernte nicht. Das kommt eben alles von der unrichtigen Behandlung.“

„Aber du wirtschaftest doch auch mit Gesinde?“

„Wir führen nur Bauernwirtschaft, und bekümmern uns um alles selbst. Ist ein Arbeiter schlecht, so wird er fortgejagt.“

„Batjuschka, Phinogen hat gesagt, ich soll Euch des Teers halber holen,“ sagte die Frau, mit den Schuhen an den Füßen, welche wieder eintrat.

„So ist es Herr!“ antwortete der Alte aufstehend, bekreuzte sich mehrmals und dankte Lewin, worauf er hinausging.

Als Lewin in die Gesindestube kam, um seinen Kutscher zu rufen, erblickte er die ganze Bauernfamilie bei Tische. Die Weiber bedienten im Stehen. Ein jüngerer, blühend aussehender Sohn, mit vollen Backen seinen Brei kauend, mochte soeben etwas Lustiges erzählt haben, denn alle lachten, und besonders lustig lachte das Weib in den Schuhen, indem es Schtschi in eine Tasse goß.

Mochte es sein, daß das freundliche Gesicht der Bäuerin in den Schuhen besonders viel zu jenem Eindruck der Behaglichkeit beitrug, den dieses Bauernheim auf Lewin machte, der Eindruck war jedenfalls ein so tiefer, daß sich dieser nicht von ihm loszumachen vermochte. Auf dem ganzen Wege von dem Alten aus bis zu Swijashskiy kam ihm immer wieder die Erinnerung an jenen Hausstand, gerade als ob etwas in demselben seine besondere Beachtung erforderte.