„Aber dann können doch neue Bedingungen gefunden werden?“ sagte jetzt Swijashskiy, der Molken gegessen hatte und eine Cigarette rauchend, soeben zu den Disputierenden zurückkehrte. „Sämtliche mögliche Beziehungen zur Arbeitskraft sind schon bestimmt und geprüft worden,“ sagte er, „der Rest von alter Barbarei bricht von selbst in sich zusammen, die Leibeigenschaft ist aufgehoben, und so bleibt denn nur die freie Arbeit noch, deren Formen bestimmt und fertig sind, so daß sie nur angenommen zu werden brauchen. Arbeiter, Tagelöhner und Pächter — aus dem werdet Ihr nicht herauskommen.“

„Aber Europa ist unzufrieden mit diesen Formen.“

„Es ist unzufrieden und sucht neue, und es wird solche wahrscheinlich auch finden.“

„Ich spreche nur davon,“ bemerkte Lewin, „weshalb wir dieselben nicht unsererseits suchen können?“

„Weil dies ebenso wäre, als wenn wir aufs neue Methoden für den Bau von Eisenbahnen erfinden wollten. Sie sind eben schon fertig und ausgedacht.“

„Und wie, wenn sie uns nicht anstünden, wenn sie unbeholfen wären?“ Er bemerkte wiederum jenen Ausdruck des Erschreckens in den Augen Swijashskiys.

„Ja, dieses bekannte ‚wir könnten es schon gefunden haben, was Europa noch sucht!‘ Ich kenne es schon, doch entschuldigt, kennt Ihr denn alles, was in Europa bezüglich der Arbeiterfrage gethan worden ist?“

„Nein, nur wenig.“

„Diese Frage beschäftigt jetzt die ersten Geister Europas. Es ist die Richtung Schultze-Delitzschs. Dann haben wir die ganze ungeheure Litteratur der Arbeiterfrage, der liberalsten Richtung Lassalles; Mühlhausens Projekt ist bereits eine Thatsache, kennt Ihr es schon?“

„Einen Begriff habe ich davon, doch nur einen dunkeln.“