„Wie geht's, Wasiliy,“ sagte er, im Kremphut durch den Korridor schreitend und sich an den ihm bekannten Lakaien wendend, „hast dir ja den Backenbart stehen lassen? Lewin wohnt in Nummer sieben, nicht wahr? Führe mich doch dahin! Empfängt denn Graf Anitschkin?“ — so hieß der neue Vorgesetzte. —
„Zu Diensten,“ antwortete Wasiliy lächelnd, „der Herr haben uns lange nicht beehrt.“
„War erst gestern hier, nur durch die andere Einfahrt gekommen. Das ist Nummer sieben?“
Lewin stand mit einem twerskischen Bauer in der Mitte seines Zimmers und maß gerade mit einem Ellenmaß eine frische Bärenhaut, als Stefan Arkadjewitsch eintrat.
„Ah, habt Ihr den geschossen?“ rief dieser, „ein vorzügliches Stückchen; eine Bärin, nicht wahr? Guten Tag Archip!“
Er reichte dem Bauern die Hand und setzte sich auf einen Stuhl, ohne Überrock und Hut abzulegen.
„Lege doch ab und bleibe ein wenig da!“ sagte Lewin, ihm den Hut abnehmend.
„Nein, ich habe keine Zeit und komme nur auf eine Sekunde,“ antwortete Stefan Arkadjewitsch; er öffnete nur seinen Überrock, legte ihn dann aber doch noch ab und blieb eine ganze Stunde im Geplauder mit Lewin über die Jagd und sonstige Steckenpferde sitzen. „Aber sage mir nur, was du eigentlich im Ausland gemacht hast?“ frug er, als der Bauer gegangen war.
„Ich war in Deutschland; in Preußen, Frankreich und England, doch nicht in den Residenzen, sondern in den Fabrikstädten, und habe dort viel Neues gesehen. Und ich freue mich, dort gewesen zu sein.“