„Sie scheint sich wohl zu befinden, Darja Aleksandrowna,“ antwortete Aleksey Aleksandrowitsch, ohne sie anzublicken.

„Aleksey Aleksandrowitsch, verzeiht mir, ich habe nicht das Recht — aber ich liebe und achte Anna wie eine Schwester; ich bitte und beschwöre Euch, mir zu sagen, was zwischen Euch beiden vorgefallen ist? Wessen beschuldigt Ihr sie?“

Aleksey Aleksandrowitsch runzelte die Stirn und senkte den Kopf, das Auge fest geschlossen.

„Ich glaube, Euer Gatte hat Euch die Ursachen mitgeteilt, wegen deren ich es für erforderlich erachte, meine bisherigen Beziehungen zu Anna Arkadjewna zu ändern,“ sagte er, ohne ihr ins Auge zu blicken und mürrisch nach dem durch den Salon schreitenden Schtscherbazkiy schauend.

„Ich glaube es nicht; glaube es nicht und kann es nicht glauben!“ fuhr Dolly mit energischer Gebärde, ihre knöchernen Finger vor sich hin ringend, dann erhob sie sich schnell und legte ihre Hand auf den Ärmel Aleksey Aleksandrowitschs. „Man stört uns hier. Kommt doch gefälligst mit hierher!“

Die Erregung Dollys wirkte auch auf Aleksey Aleksandrowitsch ein. Dieser stand auf und folgte ihr gehorsam in das Unterrichtszimmer. Hier ließen sie sich an einem Tische nieder, dessen Wachstuchüberzug von Federmessern zerschnitten war.

„Ich glaube es nicht, glaube es nicht!“ fuhr Dolly fort, indem sie sich bemühte, seinen Blick, der sie mied, aufzufangen.

„Es ist unmöglich, an Thatsachen nicht zu glauben, Darja Aleksandrowna,“ antwortete er, das Wort Thatsachen betonend.

„Aber was hat sie denn gethan?“ frug Dolly, „was hat sie denn eigentlich gethan?“