Der Kutscher kannte das Haus der Schtscherbazkiy und nachdem er sich außerordentlich respektvoll zu dem Fahrgast gewendet und „tprru“ gemacht hatte, hielt er vor der Einfahrt still.

Der Portier der Schtscherbazkiy wußte augenscheinlich auch schon alles. Das war ersichtlich an dem Lächeln seiner Augen und an dem Tone, wie er sagte: „Recht lange nicht dagewesen, Konstantin Dmitritsch!“ Der wußte nicht nur alles, o nein, der triumphierte sogar schon augenscheinlich und bemühte sich nur, seine Freude zu verbergen. Als Lewin ihm in die alten guten Augen blickte, gewahrte er noch etwas ganz Neues in seinem Glück.

„Ist man schon aufgestanden?“

„Bitte, bitte! Bleibt nur hier!“ sagte er lächelnd, als Lewin umkehren wollte, um seinen Hut zu holen. Das hatte etwas zu bedeuten.

„Wem soll ich Euch melden?“ frug ein Diener.

Der Diener, obgleich noch jung und einer von den neuen Bediensteten und ein Fant, war dennoch ein sehr guter und ganz hübscher Mensch, und wußte jedenfalls auch schon alles.

„Der Fürstin, dem Fürsten, der jungen Fürstin,“ sagte Lewin.

Die erste Person, welche er erblickte, war Mademoiselle Linon. Sie schritt soeben durch den Saal und ihre Locken und ihr Gesicht glänzten. Er hatte kaum mit ihr zu sprechen begonnen, als plötzlich hinter der Thür das Rauschen eines Kleides ertönte und Mademoiselle Linon den Augen Lewins entschwand, während diesen selbst ein freudiger Schrecken über die Nähe seines Glückes überkam.

Mademoiselle Linon war fortgeeilt und hatte sich, ihn allein lassend, nach einer zweiten Thür begeben. Kaum war sie verschwunden, da ertönten schnell geflügelte Schritte auf dem Parkett, und sein Glück, sein Leben — er selbst — das Bessere seiner selbst, das, was er so lange gesucht und ersehnt hatte — schnell, schnell nahte es ihm. Sie kam nicht selbst, sondern mit unsichtbarer Macht ward sie zu ihm gezogen.

Er sah nun ihre klaren, treuen Augen, erschreckt von der nämlichen Freude der Liebe, die auch ihn und sein eignes Herz erfüllte. Diese Augen leuchteten näher und näher, sie blendeten ihn mit ihrem Liebesglanz. Dicht neben ihm blieb sie stehen, ihn berührend; ihre Arme hoben sich und schlangen sich um seine Schultern.