„Heute, maman!“
„Ich möchte nur das Eine sagen,“ begann die Fürstin, und an ihrem ernsten, erregten Gesicht erriet Kity, wovon die Rede sein werde.
„Mama,“ begann sie, auffahrend und sich schnell nach der Mutter umwendend, „sprecht, ich bitte um alles, nicht davon; ich weiß, ich weiß alles!“
Sie wünschte dasselbe, was die Mutter wünschte, aber die Motive des Wunsches bei ihrer Mutter beleidigten sie.
„Ich will nur sagen, daß wenn du Einem Hoffnung gegeben hast“ —
„Mama, meine Liebe, um Gottes willen, sprecht nicht. Es ist mir so entsetzlich, hiervon zu reden!“
„Ich werde nichts mehr sagen,“ antwortete die Mutter, Thränen in den Augen ihrer Tochter bemerkend, „aber eins noch, mein Herzchen: du hast mir versprochen, vor mir kein Geheimnis haben zu wollen. Nicht so?“
„Niemals, Mama, ich werde nie eins haben,“ antwortete Kity, errötend und offen ins Antlitz der Mutter blickend. „Aber ich habe jetzt nichts zu sagen — ich — wenn ich auch wollte — ich weiß nichts — was ich sagen sollte — ich weiß nichts.“
„Nein; mit diesen Augen kann man nicht die Unwahrheit sprechen,“ dachte die Mutter, lächelnd auf ihres Kindes Erregung und Glück blickend. Die Fürstin lächelte darüber, daß ihm, dem armen Kinde alles das so ungeheuerlich und bedeutungsvoll erscheine, was jetzt in dessen Seele vor sich ging.