„Das ist so petersburgische Ansicht, Gnädigste!“

„Nicht eine petersburgische Ansicht, sondern ein Frauenblick,“ antwortete sie.

„Nun, Ihr erlaubt doch — Eurer Hand einen Kuß“ —

„Auf Wiedersehen, Iwan Petrowitsch. Aber seht doch einmal zu, ob nicht mein Bruder hier ist, und sendet ihn dann zu mir,“ fuhr die Dame fort, dicht an der Thür stehend und alsdann aufs neue in das Coupé tretend.

„Nun, habt Ihr Euren Bruder angetroffen?“ frug die Gräfin Wronskaja, sich an die Dame wendend.

Wronskiy erkannte jetzt, daß diese die Karenina sein müsse.

„Euer Bruder ist hier,“ sagte er, sich erhebend. „Entschuldigt mich, ich habe Euch nicht erkannt, denn unsere Bekanntschaft war von so kurzer Dauer,“ fuhr er fort, sie begrüßend, „daß Ihr Euch meiner wahrscheinlich nicht mehr entsinnen werdet.“

„O doch;“ ich würde Euch erkannt haben, da ich mit Eurer Mama wohl die ganze Route über von Euch gesprochen habe,“ antwortete sie, jetzt endlich ihrer Lebhaftigkeit die sich nach außen drängte, gestattend, in einem Lächeln zu erscheinen. „Aber mein Bruder ist doch wohl nicht hier?“

„Rufe ihn, Aljoscha,“ sagte die alte Gräfin.

Wronskiy trat auf den Perron hinaus und rief: „Oblonskiy, hier!“