„Wie herrlich, daß Ihr rechtzeitig gekommen seid,“ sagte er zu ihr, ihre Taille umfangend, „was ist das auch für eine Manier, dieses so späte Erscheinen.“

Sie legte, sich vorbeugend, die Linke auf seine Schulter und die kleinen Füßchen in den rosenroten Schuhen begannen sich schnell, leicht und im Takt zu bewegen nach der Musik, auf dem glatten Parkett.

„Man ruht förmlich aus, mit Euch im Walzer,“ sagte er zu Kity nach den ersten langsamen Pas des Walzers.

„Reizend, welche Leichtigkeit — Präcision —,“ sagte er zu ihr; es war das Nämliche, was er fast allen guten Bekannten zu sagen pflegte.

Sie lächelte bei seinem Lobe und schaute dabei über seine Schulter in den Saal.

Kity war hier keine erst Neuauftretende, auf welcher bei einem Balle aller Augen ruhen wie auf einer Zaubererscheinung; sie war auch keine Dame, die alle Bälle ausgekostet hatte, alle Gesichter auf denselben so kannte, daß sie von ihnen gelangweilt wurde, sondern stand in der Mitte von beidem.

In der linken Ecke des Saales gewahrte sie die Creme der Gesellschaft gruppiert. Da war die bis zur Unmöglichkeit dekolletierte Schönheit Liddy, die Frau Korsunskiys, da war die Herrin des Hauses, da glänzte mit seiner Platte Kriwin, der stets dort war, wo sich die Creme der Gesellschaft befand. Hierher wagten die jungen Männer nur zu schauen, nicht zu kommen; hier fand sie mit ihren Augen Stefan und dann erblickte sie die reizende Gestalt und das Köpfchen Annas in schwarzsamtnem Kleid.

Auch er war dort.

Kity hatte ihn nicht gesehen seit jenem Abend, da sie Lewin ihre Absage gegeben hatte. Mit ihren scharfblickenden Augen hatte sie ihn sogleich erkannt, und sogar bemerkt, daß er auch nach ihr schaue.

„Nun wie wäre es, noch eine Tour? Oder seid Ihr ermüdet?“ frug Korsunskiy leicht schnaufend.