„Warenka wartet schon,“ sagte sie, ihm den Hut behutsam aufsetzend, nachdem sie an dem Lächeln Sergey Iwanowitschs erkannt hatte, daß sie dies dürfe.
Warenka stand in der Thür, in einem gelben Kattunkleid, um den Kopf ein weißes Tuch geschlungen.
„Ich komme schon, ich komme, Barbara Andrejewna,“ sagte Sergey Iwanowitsch, seine Tasse Mokka leerend und ein Schnupftuch nebst dem Cigarrenetuis in seinen Taschen verteilend.
„Wie reizend ist doch meine Warenka, nicht wahr?“ sagte Kity zu ihrem Manne, sobald Sergey Iwanowitsch aufgestanden war. Sie sagte dies so, daß Sergey Iwanowitsch sie vernehmen konnte, woran ihr offenbar gelegen war. „Und wie schön sie ist, wie edel schön! Warenka!“ rief Kity. „Ihr werdet wohl im Mühlenholz sein? Wir kommen zu Euch hin!“
„Du vergißt doch entschieden deinen Zustand Kity,“ bemerkte die alte Fürstin, schnell zur Thür herauskommend, „du darfst nicht so schreien.“
Warenka, welche die Stimme Kitys sowie die Äußerung der Mutter vernommen hatte, kam leichten Schrittes zu Kity geeilt. Die Schnelligkeit ihrer Bewegungen, die Farbe, welche ihr munteres Gesicht bedeckte — alles das bewies, daß in ihr etwas Ungewöhnliches vorging. Kity wußte, was dieses Ungewöhnliche war, und beobachtete sie aufmerksam. Sie hatte jetzt Warenka nur gerufen, um ihr für ein wichtiges Ereignis, welches sich nach ihrer Erwägung heute, nach Tische im Walde vollziehen mußte, innerlich Segen zu wünschen.
„Warenka, ich würde sehr glücklich, wenn sich etwas ereignen sollte,“ sagte Kity flüsternd und sie küssend.
„Ihr werdet aber mit uns kommen?“ sagte Warenka in Verwirrung geratend, zu Lewin, und gab sich den Anschein, als habe sie gar nicht gehört, was zu ihr gesagt worden war.
„Ich werde kommen, doch nur bis zur Tenne, und dort werde ich bleiben.“