„Und was würdest du da über Papa sagen,“ frug Kity; „er ist jedenfalls auch nichts wert, weil er nichts für das Allgemeine gewirkt hat.“

„Er? Nein. Aber man muß jene Natürlichkeit, Klarheit, Güte besitzen, wie dein Vater. Habe ich die etwa? Ich arbeite nicht, ich quäle mich nur, und alles das hast du mir zugefügt! Wärest du nicht gewesen, so wäre auch das da noch nicht,“ sagte er, mit einem Blick auf ihren Körper, den sie verstand, „so würde ich alle meine Kräfte auf die Arbeit verwenden; jetzt aber kann ich dies nicht, und darüber ist mir das Herz schwer; ich arbeite wie man eine aufgegebene Lektion lernt, ich heuchle“ —

„Nun, dann würdest du dich sogleich mit Sergey Iwanowitsch ausgewechselt wünschen,“ sagte Kity. „Würdest wünschen, jene gemeinnützige Thätigkeit betreiben, und jene aufgegebene Lektion lieben zu können, wie er sie liebt, und weiter nichts?“

„Natürlich nicht,“ antwortete Lewin. „Im übrigen bin ich ja so glücklich, daß ich nichts weiter begreife. Du denkst also, daß er ihr heute schon seinen Antrag machen wird?“ fügte er nach einer Pause hinzu.

„Ich denke, vielleicht aber wird er's auch nicht. Jedenfalls wünsche ich es aufs Sehnlichste. Da, halt“ — sie beugte sich nieder und pflückte am Rande des Weges eine wilde Kamille ab. „Nun zähle: Entweder erklärt er sich heute, oder er erklärt sich nicht,“ sprach sie und reichte ihm die Blume.

„Er thut es, er thut es nicht,“ sagte Lewin, die weißen, schmalen langen Blätter abreißend.

„Nein, nein!“ hemmte ihn Kity jetzt, seine Hand erfassend, nachdem sie seinen Fingern voll Erregung gefolgt war. „Du hast zwei abgerissen!“

„Nun, dafür kommt dann dieses kleine hier nicht mit in Anrechnung,“ antwortete Lewin, ein kurzes, noch nicht entwickeltes Blättchen abpflückend, „doch da hat uns der Wagen erreicht.“

„Bist du nicht ermüdet Kity!“ rief die Fürstin.