„Der Birkenpilz — sein Stengel — erinnert an einen seit zwei Tagen nicht rasierten Bart eines Brünetten,“ sagte Sergey Iwanowitsch, schon ruhig geworden.

„Ja, es ist wahr,“ antwortete Warenka lächelnd; unwillkürlich hatte sich die Richtung ihrer Promenade verändert. Sie begannen sich den Kindern wieder zu nähern. Warenka war es schmerzlich zu Mute, und sie empfand Scham, zugleich aber auch verspürte sie ein Gefühl der Erleichterung.

Als Sergey Iwanowitsch heimgekehrt war und alle seine Beweisgründe wiederum durchmusterte, fand er, daß er falsch spekuliert hatte. Er konnte an dem Gedächtnis Marias nicht Verrat üben.

„Stiller, Kinder, seid stiller!“ rief Lewin fast zornig den Kindern zu, vor seinem Weibe stehend, um es zu schützen, als der Haufe der Kinder mit Freudengeschrei ihnen entgegenflog.

Nach den Kindern war auch Sergey Iwanowitsch mit Warenka aus dem Walde gekommen. Kity brauchte Warenka nicht zu fragen; an dem ruhigen und etwas kühlen Ausdruck auf beider Gesichtern erkannte sie, daß sich ihre Pläne nicht verwirklicht hatten.

„Nun, wie steht es?“ frug ihr Gatte sie, als sie wieder nach Hause zurückgekehrt waren.

„Er nimmt sie nicht,“ sagte Kity, in Lächeln und Sprachweise an den Vater gemahnend, was Lewin häufig mit Vergnügen an ihr wahrnahm.

„Warum sollte er nicht?“ —

„So steht es,“ sprach sie, die Hand des Gatten ergreifend, sie an ihren Mund führend und mit geschlossenen Lippen berührend; „so wie man die Hand des Priesters küßt.“

„Wer aber mag denn wohl nicht?“ sagte er lachend.