„Ein junges Weib,“ sagte Stefan Arkadjewitsch lächelnd.
„Und noch dazu ein reizendes.“
„Er war bereits angekleidet, aber wahrscheinlich ist er nochmals zu ihr gelaufen.“
Stefan Arkadjewitsch hatte es erraten. Lewin war mehrmals zu seiner Gattin geeilt, um sie noch einmal zu fragen, ob sie ihm seine gestrige Dummheit vergeben habe, und dann, um sie zu bitten, doch um Christi willen vorsichtiger zu sein. Hauptsächlich — sich vor den Kindern ferner zu halten — sie konnten sie leicht einmal stoßen. Dann mußte er von ihr nochmals die Versicherung erhalten, daß sie ihm nicht gram sei darüber, daß er auf zwei Tage fortfuhr, und sie bitten, ihm unbedingt morgen früh, mit dem ersten Zug, ein Billet zu schicken, und ihm wenigstens zwei Worte zu schreiben, damit er nur wußte, daß sie sich wohl befinde.
Kity war es wie stets schmerzlich, sich auf zwei Tage von ihrem Gatten trennen zu sollen; allein als sie seine lebhafte Erscheinung, die besonders groß und kraftvoll in den Jagdstiefeln und der weißen Bluse erschien, und einen gewissen, ihr unverständlichen Schimmer der Jagdfreude wahrgenommen hatte, vergaß sie, um ihm seine Freude zu lassen, ihren Schmerz, und verabschiedete sich heiter von ihm.
„Entschuldigung, meine Herren!“ sagte er, auf die Freitreppe herauskommend. „Hat man das Frühstück eingepackt? Warum ist der Fuchs rechts gespannt? Nun gleichviel! Laska — leg' dich! — Laß sie in die ledige Herde,“ wandte er sich an den Viehwärter, der an der Treppe mit einer Frage über die Wallachen wartete.
Lewin sprang vom Wagen, auf dem er sich schon setzen wollte, zu einem Zimmermann hin, der mit einem Ellenmaß zur Treppe gekommen war.
„Gestern ist er nicht ins Comptoir gekommen und heute hält er mich nun ab. Was ist denn?“
„Wir müssen noch drei Stufen hinzunehmen; dann paßt es; sie wird dann bequemer liegen.“