„Nicht wahr, das ist schön? Und vom Hause aus, von oben herab, ist die Aussicht wunderbar.“

Sie fuhren auf einen mit Schotter bedeckten und von Blumenbeeten geschmückten Hof, auf welchem zwei Arbeiter ein Blumenbosquet mit unbehauenen porösen Steinen garnierten, und hielten in der gedeckten Einfahrt.

„Ah, sie sind schon angekommen,“ sagte Anna, auf die Reitpferde blickend, die soeben von der Freitreppe hinweggeführt wurden. „Nicht wahr, dieses Pferd ist schön? Es ist eine Stute, mein Liebling. Führe es hierher und bringt Zucker. Wo ist der Graf?“ frug sie zwei herauseilende Paradelakaien. „Ah, dort ist er,“ sagte sie, den heraustretenden und ihr mit Wjeslowskij entgegenkommenden Wronskiy erblickend.

„Wo habt Ihr die Gräfin untergebracht?“ sagte Wronskiy auf Französisch, zu Anna gewendet, begrüßte dann nochmals, ohne eine Antwort abzuwarten, Darja Aleksandrowna und küßte ihr jetzt die Hand: „Ich denke, wir bringen unsern Besuch im großen Balkonzimmer unter? —“

„O nein; das ist zu abgelegen! Besser im Eckzimmer, wir können uns da mehr sehen. Gehen wir,“ sagte Anna, den ihr von einem Lakaien präsentierten Zucker dem Lieblingspferde reichend.

Et vous oubliez votre devoir,“ sagte sie zu Wjeslowskij, welcher gleichfalls auf der Freitreppe erschienen war.

Pardon, j'en ai tout plein les poches,“ antwortete dieser lächelnd, die Finger in die Westentasche steckend.

Mais vous venez trop tard,“ sagte sie, mit dem Taschentuch die Hand abwischend, welche ihr das Pferd feucht gemacht hatte, indem es den Zucker nahm.

Anna wandte sich zu Dolly:

„Du bleibst doch für längere Zeit hier? Nur auf einen Tag? Das ist unmöglich!“