„Aber sie haßt, verachtet mich?“
„O nein; doch du weißt ja, Eines läßt sich nicht vergeben.“
„Ja, ja,“ sagte Anna, sich abwendend und durch das geöffnete Fenster schauend. „Aber ich war nicht schuld! Wer war denn schuld? Was heißt denn schuldig? Konnte es anders kommen? Wie denkst du darüber? Wäre es möglich gewesen, daß du nicht die Frau Stefans wurdest?“
„Wahrhaftig; ich weiß nicht. Aber sage du mir doch das?“
„Ja, ja, wir waren indessen noch nicht mit Kity fertig. Ist sie glücklich? Er ist ein schöner Mann, wie man sagt.“
„Das will wenig sagen, daß er schön ist. Ich kenne aber keinen besseren Menschen.“
„Ach, wie froh bin ich! Ich bin sehr froh! Es will wenig sagen, daß er ein schöner Mann ist,“ wiederholte sie.
Dolly lächelte.
„Erzähle mir doch etwas von dir selbst! Wir haben uns so viel zu erzählen. Ich sprach auch mit“ — Dolly wußte nicht, wie sie ihn nennen sollte; es war ihr peinlich, ihn Graf oder Aleksey Kyrillowitsch zu nennen.
„Mit Aleksey“ — sagte Anna, „ich weiß, daß Ihr miteinander gesprochen habt. Aber ich wollte dich offen fragen, was du von mir, über mein Leben denkst?“