„Welche Kinder denn?“ sagte Anna, ohne Dolly anzublicken und mit den Augen zwinkernd.
„Any und die Künftigen“ —
„Daraufhin kann er ruhig sein; ich werde keine Kinder mehr bekommen!“
„Wie darfst du sagen, daß dies nicht mehr der Fall sein könnte?“
„Deshalb nicht, weil ich es nicht will!“
Trotz ihrer hohen Erregung lächelte Anna, als sie den naiven Ausdruck von Neugier, Erstaunen und Schrecken auf Dollys Gesicht bemerkte.
„Der Arzt hat mir nach meiner Krankheit gesagt, daß“ — — — — — — — — — — — — — — — — —
„Nicht möglich!“ sagte Dolly, die Augen weit aufreißend. Für sie war dies eine jener Offenbarungen, deren Folgerungen und Ausführungen so ungeheuer sind, daß man in der ersten Minute nur fühlt, man könne sich das Ganze nicht vorstellen, werde aber noch viel darüber nachzudenken haben.
Diese Eröffnung, welche ihr plötzlich über alle jene früher für sie unbegreiflich gewesenen Familien, die nur ein oder zwei Kinder hatten, eine Erklärung gab, rief in ihr soviel Gedanken, Phantasieen und widerstreitende Empfindungen wach, daß sie nichts zu sagen wußte und nur mit weit geöffneten Augen erstaunt auf Anna schaute. Das war das Nämliche, wovon sie wohl schon geträumt hatte; aber jetzt, als sie kennen gelernt, daß es möglich sei, erschrak sie. Sie fühlte, daß dies die nur allzu einfache Lösung einer zu verwickelten Frage war.
„N'est ce pas immoral!“ sagte sie nur nach einigem Schweigen.