Hinter ihnen näherte sich Lewin eilig ein ganzer Trupp von Gutsherrn, einen dicken General umringend. Die Herren suchten offenbar einen Platz, wo sie so sprechen konnten, daß man sie nicht hörte.
„Wie kann er sich unterstehen, zu sagen, ich hätte ihm die Beinkleider entwenden lassen! Er hat sie vertrunken, denke ich! Ich mache mir den Teufel aus ihm und seinem Fürstenrang! Er soll es nicht wagen, das zu äußern. Eine Schweinerei ist es!“
„Aber erlaubt doch! Die berufen sich auf den Gesetzparagraphen,“ sprach man in einer anderen Gruppe, „die Frau muß als Adlige eingetragen werden!“
„Zum Teufel mit dem Paragraphen! Ich spreche wie es mir ums Herz ist! Darauf stützen sich brave Edelleute. Man soll Vertrauen haben!“
„Wollen Ew. Excellenz mitkommen, fine champagne.“
Ein anderer Trupp ging zu einem laut schreienden Edelmann; es war dies Einer der drei Berauschten.
„Ich habe der Marja Ssemionowna stets geraten zu verpachten, weil sie ihren Vorteil nicht zu wahren versteht,“ sagte ein graubärtiger Gutsherr mit angenehmer Stimme, in der Oberstenuniform des alten Generalstabs. Es war dies der nämliche Herr, welchem Lewin bei Swijashskiy begegnet war. Lewin erkannte ihn sofort, auch der Gutsherr schaute nach Lewin, und sie begrüßten sich.
„Sehr angenehm. Gewiß, ich erinnere mich noch recht wohl; wir sahen uns im vergangenen Jahre bei Nikolay Iwanowitsch.“
„Nun, wie steht es mit Eurer Ökonomie?“ frug Lewin.
„Man arbeitet stets mit Schaden,“ antwortete der Gutsherr mit höflichem Lächeln, aber mit einem Ausdruck von Ruhe und der Überzeugtheit, daß es so sein müsse, neben Lewin stehen bleibend; „aber wie kommt Ihr denn in unser Gouvernement?“ frug er dann. „Ihr seid wohl gekommen, um an unserem coup d'état teilzunehmen?“ sagte er, sicher, aber schlecht die französischen Worte aussprechend. „Ganz Rußland ist zusammengekommen; auch die Kammerherren und beinahe selbst die Minister.“ Er wies auf die repräsentierende Gestalt Stefan Arkadjewitschs in den weißen Pantalons und der Kammerherrenuniform, welcher mit einem General ging.