Lewin schritt zur Saalthür; sie war verschlossen. Der Sekretär pochte, die Thür öffnete sich und er befand sich zwei Gutsbesitzern mit geröteten Gesichtern gegenüber.
„In meiner Macht liegt es nicht,“ sagte der eine rotaussehende Gutsbesitzer.
Hinter den beiden hob sich das Gesicht des Gouvernementsvorstehers hervor. Dieses Gesicht erschien furchterweckend mit seinem Ausdruck von Erschöpfung und Angst.
„Ich habe dir befohlen, niemand hinauszulassen!“ schrie er den Thürhüter an.
„Ich habe nur eingelassen, Ew. Excellenz!“
„Mein Gott!“ schwer seufzend ging der Gouvernementsvorsteher, müde in seinen weißen Pantalons, den Kopf gesenkt, dahinschreitend, durch die Mitte des Saales nach dem großen Tische.
Man hatte das Amt Njewjedowskiy übertragen, wie es auch vorher geplant worden war, und dieser war jetzt Gouvernementsvorsteher. Viele befanden sich in heiterer Stimmung, viele waren zufrieden und glücklich, viele entzückt, viele unzufrieden und unglücklich. Der Gouvernementsvorsteher war in einer Verzweiflung, die er nicht verbergen konnte. Als Njewjedowskiy den Saal verließ, umringte ihn die Menge, und folgte ihm begeistert nach, so, wie sie am ersten Tage dem Gouvernementsvorsteher gefolgt war, als derselbe die Wahlen eröffnet hatte, so, wie sie Sjnetkoff gefolgt war, als dieser gewählt wurde.
31.
Der neugewählte Gouvernementsvorsteher und viele aus der triumphierenden Partei der Jungen, speisten an diesem Tage bei Wronskiy.
Wronskiy war einmal deshalb zu den Wahlen gekommen, weil es ihm auf dem Dorfe langweilig geworden war, und er seine Rechte auf Freiheit vor Anna geltend machen mußte, als auch zum Zwecke, Swijashskiy mit seiner Unterstützung bei den Wahlen für alle Bemühungen um Wronskiy bei den Semstwowahlen zu lohnen, und vor allem deshalb, streng alle jene Pflichten der Stellung eines Adligen und Gutsherrn zu erfüllen, die er sich auserwählt hatte.