„Was macht Ihr, Katharina Aleksandrowna, solche Bewegungen dürft Ihr nicht machen! Wartet nur, ich werde ihn Euch schon geben. Jetzt wollen wir uns aber erst Papa zeigen, wie hübsch wir sind.“

Und Lisabetha Petrowna erhob auf dem einen Arme — der andere stützte nur mit den Fingern das noch haltlose Genick — dieses seltsame, zappelnde, seinen Kopf unter dem Saum der Windel verbergende rote Wesen. Doch es hatte auch eine Nase, schielende Augen und schmatzende Lippen.

„Ein schönes Kind!“ sagte Lisabetha Petrowna.

Lewin seufzte voll Ingrimm. Dieses schöne Kind flößte ihm nur das Gefühl des Abscheues und des Mitleids ein. Das war durchaus nicht das Gefühl, welches er erwartet hatte.

Er wandte sich ab, während Lisabetha Petrowna das Kind an die noch nicht gewohnte Brust zu legen suchte.

Ein Lachen ließ ihn plötzlich den Kopf heben. Kity hatte gelacht. Das Kind hatte sich an ihre Brust gemacht.

„Genug, genug nun!“ sagte Lisabetha Petrowna, doch Kity ließ es nicht von sich. Es schlief in ihren Armen ein.

„Sieh jetzt her,“ sprach Kity, ihm das Kind so zuwendend, daß er es sehen konnte. Das ältlich aussehende Gesichtchen runzelte sich plötzlich noch mehr; das Kind nieste.

Lächelnd und mit Mühe die Thränen zurückhaltend, küßte Lewin sein Weib und verließ das verdunkelte Gemach.