Der Erzieher Slavjanin fand nach einer halben Stunde seinen Zögling auf der Treppe und konnte lange nicht verstehen, ob Sergey jemand zürne oder weine.

„Ihr habt Euch wohl gestoßen, als Ihr fielet?“ sagte der Erzieher. „Ich habe doch immer gesagt, daß dies ein gefährliches Spiel ist. Das wird wohl dem Direktor gesagt werden müssen.“

„Wenn ich mich gestoßen hätte, so hätte dies ja doch niemand bemerkt. Das ist doch sicher wahr!“

„Nun was aber ist Euch denn dann?“

„Laßt mich! Ob ich daran denke oder nicht! Was geht das ihn an? Warum soll ich daran denken? Laßt mich in Ruhe!“ wandte er sich schon nicht mehr an den Erzieher, sondern an die ganze Welt.

20.

Stefan Arkadjewitsch hatte, wie stets, die Zeit in Petersburg nicht müßig zugebracht. In Petersburg hatte er an Geschäften außer der Scheidung der Schwester und der Angelegenheit mit dem Amte wie immer, noch eine Erholung von nöten nach dem Moskauer Stumpfsinn, wie er sagte.

Moskau war ungeachtet seiner Caféchantants und Omnibusse doch für ihn nur ein stehender Sumpf. Dies fühlte Stefan Arkadjewitsch stets, und wenn er in Moskau besonders bei seiner Familie gelebt hatte, fühlte er, daß sein Lebensmut sank. Wenn er lange Zeit, ohne fortzukommen in Moskau zugebracht hatte, kam er soweit, daß er anfing, sich über die schlechte Laune und die Vorwürfe seines Weibes Gedanken zu machen, über die Gesundheit und Erziehung der Kinder, und die kleinen Interessen seines Dienstes; selbst der Umstand, daß er Schulden hatte, beunruhigte ihn.

Es war indessen nur nötig, daß er nach Petersburg kam und sich dort aufhielt, in dem Kreise, in welchem er verkehrte, und in welchem man lebte, ja wirklich lebte, und nicht erfror wie in Moskau, um sogleich alle diese Gedanken verschwinden und schmelzen zu lassen, wie Wachs vor dem Scheine des Feuers.