Sergey Iwanowitsch sagte, es würde ihm Freude machen und begab sich auf die andere Seite des Zuges.

5.

In dem schrägen Abendschatten von Säcken, welche auf dem Bahnsteig aufgetürmt lagen, ging Wronskiy in seinem langen Überrock, mit bedecktem Kopfe und die Hände in den Taschen hin und her, wie ein wildes Tier im Käfig, sich alle zwanzig Schritte schnell wieder wendend. Als Sergey Iwanowitsch sich Wronskiy näherte, schien ihm, als ob ihn dieser sehe, sich jedoch stelle, als bemerke er ihn nicht. Sergey Iwanowitsch war dies ganz gleichgültig. Er stand außerhalb aller persönlicher Beziehungen mit Wronskiy.

In dieser Minute war Wronskiy in seinen Augen ein wichtiger Faktor in dem großen Werke und Koznyscheff hielt es für seine Pflicht, ihn anzufeuern und aufzumuntern. Er trat zu ihm.

Wronskiy blieb stehen, blickte auf, erkannte Sergey Iwanowitsch und drückte demselben, indem er ihm einige Schritte entgegentrat, warm die Hand.

„Ihr habt vielleicht nicht mit mir sprechen wollen,“ sagte Sergey Iwanowitsch, „aber kann ich Euch nicht nützlich sein?“

„Mit niemand könnte es mir angenehmer sein, zusammenzutreffen, als mit Euch,“ sagte Wronskiy, „entschuldigt mich, aber Erfreuliches giebt es für mich nicht mehr im Leben.“

„Ich verstehe; ich wollte Euch meine Dienste anbieten,“ sagte Sergey Iwanowitsch, Wronskiy in das sichtlich leidende Gesicht blickend. „Habt Ihr nicht einen Brief für Ristitsch, oder an Milan nötig?“

„O nein!“ antwortete Wronskiy, fast als werde es ihm schwer, zu verstehen: „Wenn es Euch gleich ist, so spazieren wir ein wenig. In den Waggons herrscht eine solche Schwüle! Ob ich ein Schreiben brauche? Nein; ich danke Euch, zum Sterben braucht man keine Empfehlungen. Nur gegen die Türken“ — sagte er lächelnd, mechanisch. Seine Augen hatten noch immer ihren Ausdruck von Erregtheit und Leiden.