Als Aleksey Aleksandrowitsch in das kleine, mit altertümlichem Porzellan dekorierte und Gemälden behängte anheimelnde Kabinett Lydia Iwanownas trat, war die Herrin selbst noch nicht anwesend. Sie kleidete sich um.
Auf einem runden Tische war ein Tafeltuch aufgedeckt, auf welchem ein chinesisches Service und eine silberne Theemaschine stand. Aleksey Aleksandrowitsch betrachtete zerstreut die unzähligen, ihm bekannten Porträts, welche das Kabinett schmückten, und öffnete, nachdem er sich an dem Tische niedergelassen, das auf demselben liegende Evangelium.
Das Rauschen des seidenen Kleides der Gräfin zog ihn davon ab.
„So, nun wollen wir uns gemächlich setzen,“ sagte die Gräfin Lydia Iwanowna, mit aufgeregtem Lächeln hastig zwischen Tisch und Diwan durchschreitend, „und bei unserem Thee sprechen.“
Nach einigen Worten der Vorbereitung gab die Gräfin Lydia Iwanowna schwer atmend und errötend das empfangene Schreiben Aleksey Aleksandrowitsch in die Hände.
Das Schreiben durchlesend, blieb dieser lange stumm.
„Ich glaube nicht das Recht zu haben, ihr einen abschläglichen Bescheid geben zu dürfen,“ sagte er zaghaft, die Augen erhebend.
„Mein Freund, Ihr seht doch in keinem Menschen das Böse!“
„Im Gegenteil sehe ich, daß alles von Übel ist! Ob es aber richtig ist.“
In seinem Gesicht lag Unentschlossenheit und das Suchen nach Rat, nach Unterstützung und Leitung in der Sache, die ihm unerfaßbar war.