Alexandra. Wie der Wolf in der Fabel … Eben war von dir die Rede. Ljuba sagt, du hättest dich mit dem Vater gezankt.
Stefan. Absolut nicht. Nichts Besonderes. Er sagte mir seine Meinung, ich ihm meine. Ich bin nicht schuld daran, daß unsere Ansichten nicht übereinstimmen. Ljuba versteht gar nichts und will über alles mitsprechen.
Alexandra. Was ist denn nun herausgekommen?
Stefan. Ich weiß nicht, was Papa beschlossen hat; fürchte, er ist sich selbst nicht klar darüber. Ich für meine Person habe beschlossen, als Einjähriger bei der Garde einzutreten. Hier wird aus allem so viel Wesens gemacht; dabei ist die Sache ganz einfach. Mein Studium habe ich beendet und muß nun meiner Dienstpflicht genügen. In der Linie unter betrunkenen, rohen Offizieren ist das kein Vergnügen, deswegen diene ich bei der Garde, wo ich Freunde habe.
Alexandra. Schön. Warum ist denn aber dein Papa dagegen?
Stefan. Ach der! Der steht jetzt ganz im Banne seiner fixen Idee und sieht nur, was er sehen will. Er sagt, der Militärdienst sei der abscheulichste von allen; deshalb dürfe man nicht dienen, und deswegen gibt er mir kein Geld.
Lisa. Stefan, das hat er nicht gesagt! Ich war doch dabei! Er hat gesagt, wenn man schon nicht anders könnte, sollte man wenigstens bis zur Aushebung warten. Durch den Eintritt als Freiwilliger aber zeige man, daß man diesen Dienst selbst wähle.
Stefan. Schließlich soll ich doch dienen und nicht er. Er hat ja selbst gedient.
Lisa. Gewiß. Er sagt aber auch gar nicht, daß er dir kein Geld geben will, sondern, daß er nicht an einer Sache teilnehmen kann, die gegen seine Überzeugung geht.
Stefan. Es handelt sich hier nicht um Überzeugungen, sondern um den Dienst, und damit basta!